Übernachten in Kleinschelken – Pfarrhof

Kurzmitteilung

Kleinschelker Pfarrhof hat neue Verwalter

Am  Kleinschelker Treffen 2012 in Kleinschelken wurde darüber informiert, daß unsere langjährige und bekannte Pfarrhofverwalterin, Frau„ Hilda Waedt „  krankheitsbedingt  ihre Arbeit  am „Kleinschelker  Pfarrhof – Gästehaus“  eingestellt hat .

Nochmals vielen herzlichen Dank für 8 Jahre vorbildliche Leistung und  alles erdenklich Gute  an Hilda Waedt  für die Zukunft.

Ab 01.September 2012 sind für den Kleinschelker Pfarrhof – Gästehaus

Familie Maria und Ioan Ivan,  Kleinschelken Nr 61  , zuständig.

Familie Ivan sind telefonisch aus dem Ausland wie folgt zu erreichen:

                           Telefon : 0040/ 269/ 514/ 555

Für Pfarrhofbesucher, die keine rumänische Sprache sprechen und verstehen wird eine Verbindungsperson von der HOG und zwar Frau Elke-Maria Schoger

eingeschaltet, die man wie folgt telefonisch erreichen kann.

Telefon : 0049 / 7034 / 653848

 

Sie nimmt das Anliegen entgegen und vermittelt nach Kleinschelken weiter.

Der Kleinschelker Pfarrhof – Gästehaus  freut sich über jeden Besucher !

Die HOG bietet im Gästehaus  höchstens  28 Besuchern  jeweils

eine Übernachtungsmöglichkeit  zu  10 € / Person / Nacht ab 14 Jahre,  an.

Im Gästehaus gilt die Selbstverpflegung!

Eine Küche mit einem Gasherd, Geschirr, Besteck und Gläser stehen dem Besucher zur Verfügung.

Sollte der Gast sich nicht selbst bekochen können oder wollen,  so kann die Verpflegung  über die neuen Verwalter zu den ortsüblichen Preisen , organisiert  und zusätzlich bezahlt werden.  

 

HOG Kleinschelken

  -  Der Vorstand  -

Zeitungsartikel über Gerold Kloos

Kurzmitteilung

Zeitungsartikel aus der Böblinger / Sindelfinger Zeitung vom 26.10.2012

Einer, der dem Schicksal trotzt

26.10.2012 – Von unserer Mitarbeiterin Martina Müller-Keitel

Mit seiner Leidenschaft fürs Zeichnen, Tüfteln und Konstruieren hat Hans Gerold Kloos als technischer Zeichner seinen Idealberuf gefunden. Dass der junge Mann aus Maichingen eine Ausbildung in diesem anspruchsvollen Beruf absolvieren konnte, und zwar mit der Abschlussnote 1,1, ist alles andere als selbstverständlich.

Seit 2003 ist der heute 28-Jährige auf den Rollstuhl angewiesen. Ein Autounfall hatte sein damals unbeschwertes Leben abrupt beendet. Nach achtmonatiger Behandlung der schweren Verletzungen im Krankenhaus in Markgröningen wurde er mit der Diagnose Querschnittslähmung entlassen. „Wie soll mein Leben nun weitergehen?“, fragte sich der damals 19-Jährige.

An eine Fortsetzung seiner Ausbildung zum Industriemechaniker in einem Sindelfinger Betrieb war nicht zu denken. Er war zunächst rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Seine Mutter gab ihren Beruf auf, um immer für ihn da zu sein. Aus dem Rückhalt seiner Familie und seiner Freunde schöpfte Kloos die Kraft, trotz aller Einschränkungen positiv zu denken und nach neuen Perspektiven zu suchen.

Heute ist Hans Gerold Kloos wieder mitten im Leben angelangt. Er ist erstmals berufstätig, nachdem er im Sommer 2012 als erster Kandidat, der sich auf virtuellen Weg zum technischen Zeichner ausbilden ließ, seine Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt hat. Aufgrund seiner guten Noten wurde ihm gestattet, die Ausbildung innerhalb von drei Jahren mit einer um ein halbes Jahr vorgezogenen Abschlussprüfung zu beenden. Während der Ausbildung hat er als virtueller Praktikant für einen Zulieferbetrieb in der Automobilbranche Erfahrung gesammelt, unter anderem beim Konstruieren von Lagerregalen.

Und ganz nebenbei hat er für das neue Eigenheim seiner Familie die Pläne erstellt. Mit dem konsequent barrierefreien Neubau hat er sich ein ideales Umfeld zum Leben und Arbeiten geschaffen. In diesem maßgeschneiderten und liebevoll gestalteten Zuhause spielt sich ein großer Teil seines Lebens ab: Hier erhält er seine regelmäßige Physio- und Ergotherapie, empfängt seine Freunde und schaltet sich täglich per Computer in seine Arbeitswelt ein.

Jungen Menschen, die wie Hans Gerold Kloos ihre häusliche Umgebung nicht verlassen können, um ihre Ausbildung vor Ort zu absolvieren, bietet das Berufsbildungswerk Neckargemünd seit zwölf Jahren einen alternativen Weg zu einem qualifizierten Berufsabschluss. Schon früh hatte sich das zum Gesundheits- und Bildungskonzern SRH gehörende Berufsbildungswerk zum Ziel gesetzt, innovative Technologien für jene Menschen nutzbar zu machen, die während ihrer Ausbildung nicht in dem angeschlossenen Internat wohnen können.

Kloos hatte im Sommer 2009 von der Möglichkeit erfahren, per E-Learning zu einem Berufsabschluss zu gelangen. Nach einem ersten persönlichen Gespräch mit den Ausbildungsleitern bei ihm daheim stand für ihn fest: „Diese Chance werde ich nutzen.“

Ausgestattet mit einem Multimedia-PC, Head-Set, Web-Cam und Drucker sowie einem DSL-Anschluss mit Flatrate begann Kloos nach einer kurzen Einweisung durch seinen Telecoach im September 2009 seine Ausbildung zum technischen Zeichner. Pünktlich zum Unterrichtsbeginn schaltete er sich montags bis freitags von seinem Arbeitszimmer zu Hause aus in die Online-Konferenzen der Berufsschule ein. In 13 Wochenstunden arbeitete er den Unterrichtsstoff zunächst im Einzelunterricht und später gemeinsam mit einem weiteren Schüler unter Anleitung eines speziell ausgebildeten, sogenannten Teleteachers durch.

Da er sich die Zeit für das Lernen und Üben in Eigenregie – in der Regel vier Stunden am Tag – weitgehend flexibel einteilen konnte, ließen sich auch noch seine teils zeitaufwendigen Ergo- und Physiotherapien in seinem Tagesplan unterbringen.

„Natürlich erfordert diese Form des Unterrichts ein überdurchschnittliches Maß an Eigeninitiative und Selbstdisziplin“, erläutert Bernd Marek, Ausbildungsleiter Metalltechnik/Konstruktion im BBW Neckargemünd, „doch im Fall von Hans Gerold Kloos waren wir schnell überzeugt, dass er diesen Anforderungen gewachsen sein würde“.

Sowohl sein Klassenlehrer als auch sein Ausbilder haben ihn als fleißig, ehrgeizig und zuverlässig erlebt. Besonders nach der Zwischenprüfung, die Kloos im Jahr 2011 in sieben Stunden unter Aufsicht des Klassenlehrers absolviert hatte, konnte er seine Vorstellungsgabe in Konstruktionsaufgaben unter Beweis stellen. In der zweitägigen Abschlussprüfung vor der IHK verzichtete er übrigens auf die 20-prozentige Zeitverlängerung, die ihm aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen zustand.

Mit seiner ausgezeichneten Abschlussnote bewarb sich Kloos zunächst bei einigen Unternehmen aus der Automobilzulieferer-Branche rund um Sindelfingen. Enttäuscht musste er jedoch feststellen, dass das anfängliche Interesse der Personalverantwortlichen an einem Vorstellungsgespräch schnell wieder erlosch, wenn er seine Rollstuhlabhängigkeit offenbarte.

„Die Vorbehalte sind für mich nicht nachvollziehbar, denn gerade in Berufen wie dem technischen Zeichner und zukünftig beim technischen Produktdesigner, bei denen computergestützte Technologien und neue Informationstechniken den Arbeitsalltag prägen, ist die physische Präsens nicht entscheidend für eine ergebnisreiche Mitarbeit“, bedauert Kloos.

Inzwischen arbeitet Hans Gerold Kloos freiberuflich 20 Stunden in der Woche für das Berufsbildungswerk Neckargemünd. Dort werden die Ausbildungsinhalte derzeit an ein neues Berufsbild angepasst. Seit dem 1. August 2011 ersetzt der Ausbildungsberuf technischer Produktdesigner den bisherigen technischen Zeichner.

Als Mentor hat Kloos die Aufgabe, die CAD-Kurse für die neuen virtuellen Auszubildenden vorzubereiten. Dass der Schwerpunkt künftig auf Konstruktion und Produktdesign liegen wird, ist aus seiner Sicht sinnvoll, hat sich doch das Berufsbild in den letzten Jahren stark gewandelt. Statt der technischen Zeichnung sind heute dreidimensionale Konstruktionen gefragt, die mit modernen CAD-Systemen als Datenmodelle erzeugt werden.

Gerne würde der technische Zeichner Hans Gerold Kloos seine Qualifikationen als Mitarbeiter in

Telearbeit, etwa für ein Konstruktionsbüro, einsetzen.

Bild: Müller-Keitel

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